RHN 82/2026 | Event
Organisers: Forschungsgruppe ALPINNKONNECT (ERC AdG, University of Vienna) and Institut für Kulturforschung Graubünden (ikg)
7 – 9 September 2026, Hotel Chur, Chur (Switzerland)
Soziale und ökonomische Aspekte des transalpinen Gütertransports. Multiperspektivische Zugänge (Frühe Neuzeit bis 19. Jahrhundert)
Transalpiner Gütertransport stellte in der Frühen Neuzeit und bis ins 19. Jahrhundert eine zentrale soziale und ökonomische Praxis in alpinen und angrenzenden Räumen dar. Infrastrukturen (Wege, Brücken, Saum- und Fuhrwege, Lager- und Umschlagplätze, Zollstationen, Wirtshäuser, Pferdeställe und Hospize) waren dabei ebenso wichtig wie die Praktiken und Aushandlungen der beteiligten Akteur:innen – von lokalen Transportgenossenschaften und Versorgungsdiensten bis zu überregionalen Handels- und Verwaltungszusammenhängen.
Die Referent:innen des Workshop präsentieren und diskutieren Infrastruktur und Logistik aus unterschiedlichen Perspektiven: Wirtschafts- und sozialgeschichtliche Analysen werden mit Zugängen der Umweltgeschichte, der materiellen Kulturforschung sowie mit archivwissenschaftlichen Perspektiven verschränkt. Der geografische Schwerpunkt liegt auf den Schweizer Alpen mit besonderer Berücksichtigung von Graubünden - im Dialog mit dem ERC-Advanced-Grant-Projekt ALPINNKONNECT.
Programm des Workshops
Montag, 07. September
13.00 Begrüssung: Rachele Delucchi (ikg), Simon Teuscher (ikg / Zürich)
Moderation: Florian Andretsch (Wien)
13.15–13.30 Margareth Lanzinger (Wien): Einblicke in das ERC AdG ALPINNKONNECT – Agents of Logistics and Infrastructure in Eighteenth-Century Alpine Transit Traffic: Konzept und Ziele
13.30–14.00 Magdalena Gärtner, Sophie Prein und Verena Radner (Wien): Gasthäuser und Gastwirtsfamilien an Tirols Transitrouten
14.00–15.00 Erwin Dirnberger (Andeer) und Senta Herkle (Wien): Die Massner-Briefe – eine Annäherung aus der Perspektive eines (Privat-)Sammlers und einer Historikerin
15.00–15.45 Riccardo Rossi (Wien): Brücken bauen und Steine in den Weg legen: Kooperation und Konflikt entlang der Porten der unteren Strasse (17.–18. Jahrhundert)
Kaffeepause
16.15–17.00 Florian Hitz (Chur): Zur Infrastruktur des Gütertransports: Strassenbau an der Splügenroute, besonders im 18. Jahrhundert
17.00–17.45 Margareth Lanzinger (Wien): Infrastruktur im Kontext: Eine nicht ausgebaute Strasse durchs Engadin (1760er–1780er Jahre)
17.45–18.30 Christof Jeggle (Wien): Der Unterhalt der Tiroler Transitstrassen und die Finanzierung der Infrastruktur im 18. Jahrhundert
Dienstag, 08. September
Moderation: Jon Mathieu (Luzern/Burgdorf)
9.30–10.15 Joschka Meier (Bern): «kain II oder III personen zu nuz und ainem gannzen Lanndt zů nachtail»: Gemeinden, Genossenschaften und das transalpine Transportwesen (1400–1600)
10.15–11.00 Sebastian Leitner (Wien): Praktiken des Ressourcenmanagements in einer alpinen politischen Ökologie. Das Beispiel der Bergwerksunternehmungen des Johann von Salis (1546–1624)
Kaffeepause
11.30–12.15 Conradin von Planta (Chur): Transport und Handel von Metall aus den Drei Bünden im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert
12.15–13. 00 Dorothea M. Hutterer (München): Transitökonomien auf Altkarten – Visuelle Umwelt- und Wirtschaftsgeschichte im alpinen Raum
Mittagspause
Moderation: Rachele Delucchi (Chur)
14.30–15.15 Maya Zellweger (Winterthur): Der Gütertransport der Grosskaufleute in Leinwand Zellweger aus Trogen (Appenzell Ausserrhoden) auf der Nord-Süd-Achse Richtung Genua, 1750 bis 1820
15.15–16.00 Alberto Azzi (Tremona): Gli Antognini: una dinastia di commercianti transalpini (XVIII-XIX sec.)
Kaffeepause
Aus Archiven und Sammlungen
16.30–17.00 Nicole Stadelmann (St. Gallen): Zwischen Chur und St. Gallen. Geschäftsbriefe der Speditionsfirma Daniel und Ambrosius Massner
17.00–17.30: Kurt Gritsch (Zuoz): Handel in der Zeit des Umbruchs. Der Engadiner Landamman Tumasch Martin Geer und seine Italien-Geschäfte vom Ende des Untertanengebietes bis zur Mediationszeit
17.30–18.00 Matilde Bontognali (Poschiavo): Un passo senza porti e il problema delle fonti
Mittwoch, 09. September
Moderation: Riccardo Rossi (Wien)
9.30–10.15 Stefania Bianchi (Mendrisio) e Miriam Nicoli (Chur): Tessili e beni voluttuari, “galanterie” e
prodotti coloniali, a cavallo delle Alpi
10.15–11.00 Carmen Mair (Innsbruck): Am Rande der Strasse – im Zentrum der Gemeinde: Gastwirte zwischen Transit und lokaler Vernetzung im 16. Jahrhundert
Kaffeepause
11.30–12.15 Séveric Yersin (Basel): Infections through the Alps: Geo-epidemiological Disruptions in the
Late 19th Century
12.15–12.45 Schlusskommentar – Schlussdiskussion
Teilnahme
Der Workshop ist für Interessierte offen. Wir bitten um Anmeldung bis zum 30. August 2026 per E-Mail an info@kulturforschung.ch.
Organisation
Dr. Rachele Delucchi (Institut für Kulturforschung Graubünden)
Prof. Dr. Margareth Lanzinger (Universität Wien)
Kontakt
Institut für Kulturforschung Graubünden, Reichsgasse 10, 7000 Chur
info@kulturforschung.com
Source: https://www.hsozkult.de/event/id/event-163976?recno=38&page=2&q=&sort=&fq=&total=795